Dienstag, 14. August 2012

Tag 9 Geraer Hütte - Alpeiner Scharte – Pfitscher Joch Gefährlich nahe am Abgrund und Auf nach Italien


Da Ricco, unser Begleiter nach sachkundigen Berichten nicht die seilversicherte und trittbügel -  versicherte Friesenbergscharte passieren kann, nehmen  wir den Weg über die Alpeiner Scharte ( 2.960 m ) zur Geraer Hütte. Über viele Höhenmeter Aufsteig und diverse Joche erreichen wir zuerst ein altes Bergwerk, dass 1940 den Nazis dazu diente, mittels Zwangsarbeitern ( Polnischen Gefangenen ) Molybdän aus dem Fels zu holen, damit Stahl für Kugellager gehärtet werden kann. Eine gespenstische Kulisse tut sich hier auf 2500 m Höhe auf. Einige Studenten der Uni arbeiten hier in einem archäologischen Projekt und erklären uns gerne das Nähere. Auch ein passender Geocache ist hier vor Ort, den Dennis dazu nutzt, einen TB in einen österreichischen Cache zu legen.










Dann steigen wir lange bis zur Scharte auf, die wir nach kurzer Pause wieder verlassen : Es zieht ordentlich hier....2960 m.....Kurze Zeit später ziehen dunkle Wolken auf, die Niederschlag und Hagel bringen, so dass ich die Regensachen anziehe und das Ende der Feuchtigkeit abwarte. Bald können wir  weiter und steigen tief ab, bis ein Hinweis sagt : Weg gesperrt......Shyce.......Warum ? Wir können nur diesen Weg nehmen zur Hütte !




Erstmal weitergehen und sehen. Dann erkennen wir den Grund : Eine Mure hat auf 30 Metern den Weg einfach 300 m ins Tal weggerissen. Wir entschliessen uns diese Stelle vorsichtig zu  queren und steigen erst über lockeres Geröll/ Erde, dann über 15 m Schnee und wieder Gerll auf die andere Seite, so dass der Weg wieder erreicht ist. Ein Fehltritt unterwegs hätte eine Rutschpartie über 200 m tief abwärts bedeutet.......OMG NO.







Etwa 2 Stunden Felsblock Springen später erreichen wir das Pfitscher Jochhaus auf der italienischen Seite der Grenze. Österreich ist verlassen, der Alpenhauptkamm überquert und viele Strapazen liegen hinter uns. Auf der Hütte haben wir wegen des Hundes wieder ein 2 er Zimmer mit Dusche und lassen uns die ersten Spaghetti in Italia munden.... Köstlich






Tag 8 Tuxer Joch Haus – Geraer Hütte 3 Jöcher 4 Wasserfälle und 8 Murmeltiere









Tag 7 Lizumer Hütte – Tuxer Joch Haus Wurdest Du noch nie auf 2500 Metern gewickelt ? Dann bist Du kein Outdoor –Kind

Gegen 08:00 Uhr ziehen wir von der Hütte los, da gegen 09:00 Uhr die Sprengungen beginnen und der Standort Hubschrauber schon angeworfen wurde.




Über Felsblöcke geht es auf 2743 m zum Geierjoch hinauf.



Dort sitzen wir etwas ermüdet, als plötzlich ein Säugling laut schreit. Ich denke ich höre nicht richtig, als ich nach rechts hinüber blicke. Dort sitzt eine junge Frau, die ein vielleicht 6 Monatskind frisch windelt........So also müssen richtige Outdoor-Kinder gehandelt werden...... Irre.






Überwältigt stehen wir dann über dem Junssee in den Wolken und blicken zum Alpenhauptkamm hinüber. Eine wirklich unglaublich schöne Aussicht.






Nach vielen Höhenmetern im Abstieg erreichen wir schließlich einen Wasserfall, der über 80 m tief sein frisches Wasser fallen läßt. Frisch ? Nee ! Ein Gamsbock liegt direkt am Wasserfall, seit ca. 3 Tagen tot, zu Tode gestürtzt und vergiftet das Wasser......




Über einen langen Anstieg erreichen wir dann schließlich das Tuxer Joch Haus, wo wir das ideale Verließ finden : Über eine kleine Stiege und eine Tür ( 80 cm Höher )  dürfen wir in den Heizungskeller einsteigen, wo neben dem Warmwasserspeicher 4 Matrazen liegen. Unser Nachlager, das Aber eine gigantische Aussicht zum Spannagelhaus und der Friesenbergscharte hat..









Tag 6 Wattenfeld – Lizumer Hütte Spengen ist nicht Schiessen! ...Klar oder ?

Früh Morgens trifft gegen 09:30 Uhr Dennis und Ricco bei meiner Unterkunft ein. Zu Dritt geht´s dann auf zur    Lizumer Hütte.

 Gut 1200 Höhenmeter sind dabei zu überwinden. Es geht stetig bergauf bei drückender Hitze mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Zum Glück finden wir immer wieder kleine Gebirgsbäche, die klares Wasser zu Trinken führen, so dass Mensch und Hund immer etwas Erfrischung finden.







Gegen Mittag passieren wir die Wache am Bundesheer-Lager „ Walchen“, einem Truppenübungsplatz, der von allen NATO Einheiten dazu genutzt wird, die Bergwelt in Afghanistan zu simulieren. Derzeit sind Deutsche und Niederländer in Stärke von 1500 Mann am Üben. Dammit aber die Vielen Wanderer auf dem Weg nach Venedig das Gelände passieren können, sind Schießpläne aufgehängt, die für unser Datum „Kein Schießen“ ausweisen......Pustekuchen ...... Schießen ist nicht Sprengen, denn, so der Wachhabende OvWa : Blindgänger, die immer wieder auftreten, werden jederzeit gesammelt und gesprengt !. Klar oder ??????








Völlig durchnässt erreichen wir dann die Lizumer Hütte, die mitten im Übungsgelände liegt. Photos dürfen wir keine machen.......und den ersten Anschiß vom Kasernenfeldwebel erhalten wir, da wir über eine Kuhweide das Kasernengelände widerrechtlich betreten.  OK, Bundeswehr ist lange her.....






Die Hütte selbst ist toll, da wir neben dem Trockenraum das „Hundezimmer“ bekommen : Nur 4 Betten separat gelegen und mit Waschbecken. SUPER

Der Hüttenwirt ist eine eigene Spezies, die nur Marschmusik hört ( wir warteten schon auf den aktuellen Wehrmachtsbericht..." Soldaten der Westfront"....lol ) und der statt eines Alpenwetterberichtes mal kurz das Radio Österreich einschaltete, das von Nord nach Süd und Ost nach West „Gutes Wetter“ in Kürze verkündete. Soviel zur Sachkunde mancher Wirte. Aber 4 € für das Duschen nahm er natürlich gerne, ach ja, für2 Minuten Warmes Wasser....

Kurz nach der Vorspeise des Bergsteigeressens gehen wir ins Bett, da Morgen ein langer Tag mit heftigen Aufstiegen ansteht.